Kann Printdesign überhaupt nachhaltig sein?

In den letzten Monaten war im Grafikstudio Melanie Mehlin einiges los, weshalb das Magazin leider etwas zu kurz gekommen ist. Heute möchte ich aber mal wieder einen Artikel mit euch teilen und darauf eingehen, ob wir der Umwelt zuliebe lieber auf Printdesign verzichten sollen oder ob es hier Alternativen gibt, die unseren Planeten schonen.


Ich finde es wirklich toll, dass das Thema Nachhaltigkeit immer tiefer im Bewusstsein der Menschen angekommen ist und inzwischen viele Konsument:innen Wert darauf legen, den eigenen Alltag und ihre Kaufentscheidungen so zu gestalten, dass unsere Umwelt weniger Schaden davon nimmt. Natürlich hat diese Entwicklung unter anderem auch Einfluss auf unsere Wirtschaft und es gibt immer mehr Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen an der nachhaltigen Lebensweise von Verbraucher:innen ausrichten.


Als Grafikdesignerin, die viel mit nachhaltigen Unternehmen zusammenarbeitet, stellt sich für mich daher die Frage, ob Printmedien überhaupt noch zeitgemäß sind oder ob Visitenkarten, Flyer, Broschüren, Plakate und Co. nicht unnötig Ressourcen verschwenden. Die Antwort ist Jein, denn Printmedien spielen für viele Unternehmen weiterhin eine wichtige Rolle, um das Potenzial ihrer Marke voll auszuschöpfen und es gibt durchaus Möglichkeiten, wie das Ganze neu gedacht werden kann. Welche das sind, möchte ich euch jetzt genauer erklären.



Dass es nicht wirklich nachhaltig sein kann, Streuartikel so günstig wie möglich und in unnötig hoher Stückzahl zu produzieren, ist wahrscheinlich allen klar, die sich zumindest ein kleines bisschen mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. In der Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen versuche ich deshalb vorab herauszufiltern, welches Marketingmaterial wirklich notwendig ist. Was hat bisher gut funktioniert? Was hat vielleicht nicht ganz den gewünschten Effekt erzielt? So kann man im ersten Schritt schon mal sicherstellen, dass der Einsatz von Printmedien strategisch erfolgt und nicht unüberlegt Energie, Papier und Druckfarbe verbraucht werden. Außerdem lege ich meinen Kund:innen immer ans Herz, genau zu überlegen, welche Stückzahl eines Printprodukts wirklich benötigt wird und rate vor allem dazu, Streuartikel nur bewusst zu verteilen.



Wie kann der Druckprozess nachhaltiger gestaltet werden?


Der wohl einfachste und bekannteste Weg, Printmedien immerhin ein Stückchen nachhaltiger zu gestalten, ist die Verwendung von Recyclingpapier oder anderen Alternativen wie zum Beispiel Graspapier. Für mich ist Samenpapier auch eine ganz besonders tolle Möglichkeit, um das Printprodukt nicht nur nachhaltiger, sondern auch noch auffälliger zu machen. Das Papier kann nämlich einfach eingepflanzt anstatt weggeschmissen werden, womit der Erde wieder ein Stück Natur zurückgegeben wird. Wenn man sich tiefer mit Nachhaltigkeit im Printdesign beschäftigt, wird aber schnell klar, dass es eigentlich nicht ausreicht, nur auf eine umweltfreundlichere Papiervariante auszuweichen.


Konventionelle Druckfarben, die meist auf Mineralöl basieren, können zum Beispiel durch eine organische Verbindung aus Pflanzenöl ersetzt werden. Darüber hinaus verbrauchen Druckmaschinen natürlich auch eine Menge an Strom und die Umweltbilanz einer Druckerei kann deutlich verbessert werden, wenn Wert auf eine energiesparende Produktion gelegt und bestenfalls auch noch Strom aus erneuerbaren Energien bezogen wird. Viele Druckereinen bieten außerdem an, alle unvermeidbaren CO2-Emissionen, die im Druckprozess und beim Versand entstehen, durch eine Investition in Klimaschutzprojekte auszugleichen.


Grundsätzlich kann man Printprodukte also auf jeden Fall nachhaltiger und klimaneutral produzieren, muss sich dafür aber ausführlich mit den notwendigen Maßnahmen beschäftigen, passende Druckereien finden und in der Regel auch einen Aufpreis in Kauf nehmen. Die Suche nach der perfekten Papieralternative und einem geeigneten Dienstleister nehme ich meinen Kund:innen auf Wunsch gerne ab und finde gemeinsam mit ihnen eine andere passende Lösung, falls die ressourcenschonende Produktion das Budget sprengen sollte.